Zeichnung einer Pflegenden, einer solidarischen Frau und einer älteren Person im Rollstuhl, die gemeinsam mit erhobenen Fäusten für eine gute Pflege und Betreuung kämpfen.

Dein Online-Handbuch zum Care-Streik

Trotz klarem Volksentscheid wird die Pflegeinitiative nicht umgesetzt. Die Pflegenden sind wütend und haben beschlossen, am 14. Juni am Care-Streik 2027, für eine gute Pflege und Betreuung zu kämpfen. Denn die Krise im Gesundheitswesen ist real.

On strike because we care. Pflegende auf zum Care-Streik 2027!

Im November 2021 ging eine Welle der Erleichterung durch die Pflege. Über zwei Millionen Menschen in der Schweiz stimmten Ja zur Pflegeinitiative. Sie alle wollen eine Pflege in guter Qualität, mit genügend Personal und anständigen Arbeitsbedingungen. So finanziert, dass sie ein menschenwürdiges Leben für alle ermöglicht. Sowohl für diejenigen, die Pflege erbringen wie auch die, die Pflege benötigen.

Gesundheitswesen in der Krise

Der Bedarf an Pflege steigt in den nächsten Jahren stark an, gleichzeitig verlassen immer mehr Pflegende den Beruf.

Bis 2040 wird es in der Schweiz beinahe doppelt so viele über 80-Jährige geben. Der Gesamtbedarf an Langzeitpflege wird bis ins Jahr 2040 laut OBSAN um 43 Prozent steigen. Somit müssen in den nächsten 15 Jahren ungefähr 140'000 zusätzliche Personen im Alter 65+ pflegerisch versorgt werden. Bis 2040 braucht es laut OBSAN 7397 neue Vollzeitstellen alleine in der Spitex. Gleichzeitig waren bereits im ersten Quartal 2026 14’732 Pflegestellen in der Schweiz unbesetzt, denn die Pflegenden können schon längst nicht mehr: 40 Prozent der Pflegenden steigen wegen Druck und Stress aus dem Beruf aus!

Politik und Arbeitgeber verweigern die Lösung

Die Versorgungskrise ist real. Sie trifft die Pflegenden und uns alle. Fünf Jahre lang hatte es die Politik in der Hand: Volkswillen umsetzen, Krise lösen. Passiert ist fast nichts. Die Devise lautete, die Kosten zu drücken und zu hoffen, dass es schon gut kommt. Geblieben ist eine Ausbildungsoffensive, die verpufft. Denn wer die Arbeitsbedingungen bloss kosmetisch aufpoliert, hält niemanden im Beruf.

Gute Pflege kostet, schlechte noch mehr! 

Bund und Kantone bessern die Finanzierung von Pflege und Betreuung nicht auf. Lieber senken sie Steuern für Reiche und Konzerne und kaufen fancy Kampfjets. Dabei vergessen sie: Gute Pflege kostet, ja. Schlechte kostet aber mehr. Das belegt eine Studie der Universität Basel im Auftrag des SBK aus dem Jahr 2020: Durch zu wenig Fachpersonal kommt es zu mehr unerwünschten Ereignissen und damit einer längeren Liegedauer. Und das kostet: Jährlich 357 Millionen Franken! 

Die Arbeitgeberverbände beklagen die fehlenden Mittel für bessere Arbeitsbedingungen, Druck auf die Politik machen sie deswegen trotzdem nicht.

Unsere Forderungen für die Pflege:

Eine Langzeitpflege, die gute Bedingungen, Würde und Lebensqualität ins Zentrum stellt – für Pflegende wie für Gepflegte. Das ist unsere Vision.

Wir fordern:

  • Vereinbarungen für höhere Stellenschlüssel, flächendeckend und sofort.  Bei Unterbesetzung braucht es verbindliche Entlastungsmassnahmen fürs Personal.
  • Kürzere Arbeitszeit bei vollem Lohn. Damit die Beschäftigten gesund und in der Branche bleiben.
  • Mitbestimmung bei der Arbeitsorganisation. Statt Zeitdruck und künstlicher Trennung von Betreuung und Pflege.

Deshalb kämpfen wir dafür, dass:

  1. Bund und Kantone für eine solidarische und ausreichende Finanzierung guter Arbeitsbedingungen in der Langzeitpflege sorgen.
  2. Die Arbeitgeber echte Verhandlungen mit dem Personal und seinen Gewerkschaften führen.

Ohne Druck geht nichts – die Wut ist unser Motor

Der politische Weg steckt in der Sackgasse. Das wissen wir. Wir wissen aber auch: Veränderung entsteht durch Druck auf der Strasse und in den Institutionen. Unsere Wut treibt uns an. Deshalb haben 2025 über 5000 Beschäftigte auf dem Bundesplatz entschieden: Wir schliessen uns dem Care-Streik 2027 an. Und verschaffen uns am 14. Juni mit Aktionen und Streiks Gehör.

Du willst so nicht weiterarbeiten? Lege einmal kurz und kontrolliert die Arbeit nieder, statt Bewohner:innen dauerhaft leiden zu sehen. Im Handbuch erfährst du, wie du mitmachen kannst.

Care-Streik als Teil des feministischen Streiks

Die feministischen Streikkollektive kämpfen an unserer Seite. Das macht Sinn, denn in der Pflege und Betreuung sind 83 Prozent der Angestellten Frauen. Mehr Respekt für die Pflege heisst darum immer auch: Frauenarbeit aufwerten. Zur Care-Arbeit gehört längst nicht nur die bezahlte Pflege. Fehlt Personal, springen die Angehörigen ein – meistens wieder Frauen. Die Folgen: weniger professionelle Versorgung, Doppelbelastung, im schlimmsten Fall der Rückzug aus dem Erwerbsleben.

Handbuch Care-Streik für Pflegerebell:innen

Dass sich etwas ändern muss, ist klar. Dass es dafür Druck braucht – in den Betrieben und auf der Strasse – ebenso. Von allein setzt die Politik unsere Forderungen nicht um. 

Doch wie funktionieren Aktionen und Streiks im Gesundheitswesen? Welche Voraussetzungen braucht es? Und wie organisierst du dich in fünf Schritten mit deinen Kolleg:innen?

Antworten gibt unser Handbuch Care-Streik inklusive Erklärvideos.

Fülle das Formular aus und wir schicken dir den Link zum Handbuch. Danach melden wir uns mit weiteren Infos zum Care-Streik 2027 und zu deinen Möglichkeiten, dich zu engagieren.

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