Ein Bauarbeiter in orangefarbener Schutzkleidung hebt eine gelbe Holzplatte an. Im Hintergrund sind ein grosses Baugerüst zu sehen.

Harte Arbeit auf dem Bau verdient gute Arbeitsbedingungen. Zusammen mit den Bauarbeitern kämpfen wir dafür und konnten bereits viel erreichen: bessere Arbeits- und Reisezeiten, automatische Lohnerhöhungen je nach Teuerung und Frührente mit 60.

Bauhauptgewerbe

Auf dem Bau sind wir besonders stark. Nirgends sonst sind so viele Arbeitnehmende Mitglied einer Gewerkschaft. Gemeinsam mit den Bauarbeitern setzen wir uns für eine attraktive Baubranche mit gerechten Arbeitsbedingungen ein. Damit sich harte Arbeit lohnt!

Der Landesmantelvertrag für das Bauhauptgewerbe (LMV) regelt die Arbeitsbedingungen von rund 80'000 Bauarbeitern und ist einer der wichtigsten Gesamtarbeitsverträge der Schweiz. Ohne LMV gibt es keinen Mindestlohn, keinen 13. Monatslohn, weniger Zuschläge und 50-Stunden-Wochen.

Über die Jahre haben wir den LMV gestärkt, die Arbeits- und Reisezeiten verbessert, Lohnerhöhungen erreicht sowie die Frühpensionierung erkämpft. Gemeinsam konnten wir somit in den letzten Jahren einiges erreichen, aber geschenkt wurde den Bauleuten gar nichts – diese Verbesserungen mussten wir zusammen erkämpfen!

LMV 2026: Grosse Verbesserung
Dank kraftvoller Bau-Demo im Mai und beeindruckenden Herbst-Protesten erzielten wir nach zehn harten Verhandlungen grosse Verbesserungen im LMV und sicherten die Kaufkraft der Bauleute!

Gemeinsam engagieren wir uns weiter – denn auf dem Bau gibt es genug Probleme, die Lösungen brauchen: mehr Schutz gegen den wachsenden Termindruck, bessere Regeln während extremer Hitze oder Schlechtwetter und wirksame Massnahmen gegen Lohndumping, Schwarzarbeit und andere Verstösse.

Als Unia-Mitglied kriegst du einen grossen Teil des Berufsbeitrags zurück, den du für deinen Gesamtarbeitsvertrag bezahlt hast. Erfahre, wie das geht.

Poliere packen grosse Herausforderungen an

Ohne Poliere geht auf Baustellen nichts. Doch der Druck nimmt zu und immer mehr verlassen die Branche. Setz dich mit uns für bessere Rahmenbedingungen auf dem Bau ein.

Lohnrechner Bau

Stimmt der Lohn auf deiner Lohnabrechnung mit jenem des LMV-Lohnrechners überein? Kontrolliere es.

Aktuelles aus der Bau-Branche

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Arbeitssicherheit auf dem Bau – dein Ratgeber

Arbeitssicherheit, Schutzausrüstung, Schlechtwetter, Hitze und mehr: Dein Arbeitgeber ist für deine Sicherheit und den Gesundheitsschutz verantwortlich. In unserem Ratgeber findest du wichtige Infos und Vorgaben dazu.

Rente mit 60

Während Jahren haben die Bauarbeiter und ihre Gewerkschaften für eine Frührente auf dem Bau gekämpft. Nach einem grossen Streik der Bauleute konnten im Juli 2003 die ersten Bauarbeiter vom flexiblen Altersrücktritt (FAR) profitieren. Die Rente mit 60 für die Bauarbeiter ist eine der wichtigsten gewerkschaftliche Errungenschaften der vergangenen Jahrzehnte. Sie verbesserte die Arbeitsbedingungen im Bauhauptgewerbe enorm und macht auch für Bauarbeiter eine würdige Rente möglich.

Seit der Einführung des FAR konnten über 30'000 Bauarbeiter vom flexiblen Altersrücktritt profitieren. Langjährige Bauarbeiter gehen finanziell gut abgesichert mit 60 Jahren in Rente. Finanziert wird die Frühpensionierung auf dem Bau über Lohnbeiträge der Arbeitgeber sowie der Arbeitnehmenden. Eine von den Sozialpartnern getragene Stiftung (Stiftung FAR), der ein allgemeinverbindlicher Gesamtarbeitsvertrag zu Grunde liegt, ist verantwortlich für die Geschäftsführung.

Seit der Einführung der Rente mit 60 können Bauarbeiter in Würde in den Ruhgestand gehen. Früher erreichte gerade ein Fünftel der Bauarbeiter gesund das Rentenalter; 80 Prozent der Bauarbeiter wurden in die Invalidität, Arbeitslosigkeit oder aus dem Beruf gedrängt. Dank FAR hat sich das geändert.

Die ungekürzte monatliche Rente beträgt 65 Prozent des vereinbarten Lohnes (ohne Zulagen) im letzten Beschäftigungsjahr. Dazu kommen jährlich 6000 Franken. Ein Bauarbeiter kann von einer ungekürzten FAR-Rente profitieren, wenn er in den letzten 25 Jahren während mindestens 20 Jahren und die letzten 7 Jahre ununterbrochen im Bauhauptgewerbe gearbeitet hat. Die Rente wird 12x jährlich ausbezahlt. Die FAR-Rente darf jedoch nicht höher sein als 80 Prozent des Rentenbasislohnes oder das 2,4-Fache der maximalen einfachen AHV-Rente. Die maximale FAR-Rente beträgt im Jahr 2025 6'048 Franken.
(Stand 1. Juli 2025)

Zur Finanzierung des FAR zahlen die Arbeitgeber aktuell 6 Prozent und die Bauarbeiter 2,25 Prozent des AHV-pflichtigen Lohnes. Die Finanzierung des FAR basiert auf einem Rentenwertumlageverfahren, ähnlich dem der AHV.

Zurzeit erreichen mehr Bauarbeiter das Rentenalter 60. Dies hängt in erster Linie mit den geburtenstarken Jahrgängen der 1960er Jahre zusammen und ist ein vorübergehendes Problem. Gemeinsam mit den Bauarbeitern haben wir Massnahmen erreicht, um die Rente mit 60 zu sichern.

Seit der Einführung des FAR wurden mehr als 30’000 Gesuche bewilligt. Dem GAV FAR sind rund 5000 Firmen unterstellt. Weitere Betriebe sind zwar unterstellt, haben aber kein Personal. Es handelt sich dabei in der Regel um Ein-Personen-Betriebe.

Termindruck auf dem Bau

Termindruck auf dem Bau ist eine wachsende Gefahr für die Branche und die Bauarbeiter. Grobe Baumängel und überlastete Arbeiter sind die Folge. Und noch schlimmer: Termindruck ist tödlich. Im Schnitt stirbt alle zwei Wochen ein Bauarbeiter bei einem Arbeitsunfall – oft ausgelöst durch Zeitdruck und Hektik. Trotzdem drücken Bauherren, darunter auch öffentliche Auftraggeber, auf Biegen und Brechen die Termine. Auch, wenn diese von Anfang an unrealistisch sind.

In einer grossen Umfrage haben fast 80 Prozent der Bauarbeiter gesagt, dass der Termindruck in den letzten Jahren zugenommen hat. Die grosse Mehrheit hat nebst dem dadurch wachsenden Stress auch die negativen Auswirkungen auf das Leben ausserhalb der Arbeit (Familie, Freizeit) bestätigt.

Jetzt muss sich etwas ändern

  • Für unerwartete Ereignisse muss bei jeder Planung ein entsprechender Zeitpuffer eingerechnet werden.
  • Drakonische Konventionalstrafen der Bauherren, welche dazu dienen, unrealistische Termine durchzupeitschen, müssen ein Ende haben.
  • Der Termindruck darf nicht auf Kosten der Gesundheit der Bauleute gehen: Bei gefährlichem Schlechtwetter oder extremer Hitze muss die Arbeit eingestellt und der Endtermin nach hinten verschoben werden.
  • Termine müssen, wo technisch möglich, ohne Nacht- und Wochenendarbeit realisierbar sein.

Den Bauarbeitern wird nichts geschenkt. Engagieren wir uns gemeinsam für eine Baubranche mit Zukunft.

Fachkräftemangel bekämpfen heisst Arbeitsbedingungen verbessern

Bauarbeiter ist ein schöner Beruf. Viele Arbeiter sind zu Recht stolz auf die Häuser, die Schulen, die Tunnel oder Brücken, an denen sie mit gebaut haben. Doch in kaum einer anderen Branche ist der Fachkräftemangel so ausgeprägt wie auf dem Bau. Und er wird noch schlimmer. Bis 2030 fehlt jeder fünfte, bis 2040 fehlt jeder dritte Maurer und Vorarbeiter! Einer der Hauptgründe: eine dramatische Flucht aus der Branche. Heute verlässt jeder zweite Maurer die Branche, viele davon bereits wenige Jahre nach Lehrabschluss. Dazu hat sich die Zahl der neuen Lernende in den letzten Jahren so gut wie halbiert.

Wir wollen das ändern. Dazu engagieren wir uns für mehr Respekt für die Bauleute und für eine Baubranche mit Zukunft!