Umfrage Holzbaubranche – Resultate

Die Unia führte in den letzten Monaten eine grosse Umfrage in den Holzbranchen durch. Die Umfrageergebnisse bilden die Grundlage für anstehenden Verhandlungen zur Erneuerung des Gesamtarbeitsvertrags (GAV) Holzbau. 

Warum denken viele Holzbauer:innen darüber nach, die Branche zu wechseln? Was sind die Gründe – und was müsste sich verbessern? Hier sind die Antworten.

Die Resultate in Kürze 

  • 46% der Befragten dachten schon daran, die Branche wechseln zu wollen.
  • Die fünf wichtigsten Gründe für einen Branchenwechsel wären: ein zu tiefer Lohn, die hohe körperliche Belsagtung, fehlende Zeit fürs Privatleben, der Stress sowie die die langen Arbeitstage.
  • Das macht die Branche attraktiver: höhere Löhne, mehr Ferien, eine Viertagewoche, mehr Freizeit und einen 25% Zuschlag auf alle Über- und Gleitstunden.

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Hattest du schon den Gedanken, die Branche zu wechseln?

Sehr viele Holzbauer:innen spielen mit dem Gedanken, die Branche zu verlassen. Insgesamt haben sich 46 Prozent schon einmal ernsthaft mit einem Branchenwechsel beschäftigt. Durchschnittlich will fast jede:r zweite Holzbauer:in den Beruf verlassen. Dabei gibt es regionale Unterschiede. In der Ostschweiz sind es mehr als die Hälfte (53 Prozent); im Tessin ist die Neigung etwas geringer: 31 Prozent können sich ihre Zukunft ausserhalb des Holzbaugewerbes vorstellen.

Die Umfrage zeigt klar: Damit der schöne und traditionsreiche Beruf der Zimmerleute attraktiv bleibt, braucht es jetzt spürbare Verbesserungen – besonders beim Lohn und den Arbeitsbedingungen.

Was sind die Gründe für einen Branchenwechsel?

Laut Umfrage sind die Holzbauer:innen mit der abwechslungsreichen Arbeit und den vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten zufrieden. Die Unfallgefahr empfinden sie als tief oder als wenig problematisch. 19 Prozent der Befragten sehen daher keinen Grund für einen Branchenwechsel. Fast die Hälfte überlegt sich jedoch einen Branchenwechsel – diese Faktoren tragen dazu bei:

(Es konnten drei Antworten gewählt werden. Total Nennungen = 300 Prozent.)

Der Lohn ist der wichtigste Grund für einen Wechsel.

Die weiteren Gründe sind:

  • Die hohe körperliche Belastung kombiniert mit Stress und Termindruck machen die Branche unattraktiv.
  • Auch das Ungleichgewicht von Lohn und Arbeitslast wird häufig kritisiert.
  • Die langen Arbeitszeiten werden als Belastung wahrgenommen.
  • 24 Prozent bemängeln die fehlende Zeit fürs Privatleben.
  • Und die Holzbaubranche hat noch ein weiteres Problem: die fehlende Wertschätzung!
     

Was würde die Branche attraktiver machen?

Höhere Löhne und faire Arbeitszeiten sind nötig

  • Höhere Löhne für einen attraktiveren Beruf: Rund zwei Drittel sehen bei den verhältnismässig tiefen Löhnen, die in der Holzbaubranche bezahlt werden, den grössten Hebel, um den Beruf attraktiv zu gestalten und jungen Mitarbeitenden eine langfristige Perspektive zu geben.
  • Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben: Der Anspruch auf 25 Ferientage (bis 50 Jahre) erachten die Teilnehmer:innen als zu gering.
  • Die lange Arbeitszeit mit einer 42 Stundenwoche empfinden viele als unattraktiv.
  • Arbeitszeitreduktion bei gleichbleibendem Lohn: 37 Prozent wünschen sich eine Viertagewoche und 23 Prozent der Holzbauer:innen eine generelle Arbeitszeitreduktion, damit mehr Zeit zum Leben bleibt.
  • Mehr Selbstbestimmung und bessere Arbeitszeitgestaltung: Hier sehen die Holzbauer:innen weiteres Verbesserungspotential. Annähernd ein Fünftel wünscht sich hier grössere Freiheiten.
  • Bezahlte Überstunden: 20 Prozent der Holzbauer:innen wünschen sich, dass die Gleitstunden mit einem Zuschlag von 25 Prozent ausbezahlt werden.

GAV-Vollzug

  • Einhaltung und Kontrolle des GAV: Damit scheinen die Kolleg:innen grösstenteils zufrieden zu sein; bloss 5 Prozent sehen hier ein Verbesserungspotential.
  • Bezahlte Reisezeit: Dass die Wegzeit vom Betrieb zur Baustelle tatsächlich als Arbeitszeit erfasst und bezahlt wird, soll stärker durchgesetzt werden.

Bleibe auf dem Laufenden und diskutiere mit deinen Kolleg:innen über die Resultate – und darüber, was sich dringend ändern muss. Abonniere den Newsletter zu unserer Kampagne.