Umfrage Schreinerbranche – die Resultate

Die Unia führte in den letzten Monaten eine grosse Umfrage in den Holzbranchen durch. Warum denken viele Schreiner:innen darüber nach, die Branche zu wechseln. Was sind die Gründe und was müsste sich verbessern? Hier sind die Antworten.

Die Resultate in Kürze

  • 45% der Befragten dachten schon daran, die Branche wechseln zu wollen.
  • Die fünf wichtigsten Gründe für einen Branchenwechsel wären: ein zu tiefer Lohn, die hohe körperliche Belastung, der Stress, fehlende Zeit fürs Privatleben sowie die fehlende Wertschätzung.
  • Das macht die Branche attraktiver: höhere Löhne, mehr Ferien, eine Viertagewoche, mehr Freizeit und einen ausgebauten Kündigungsschutz für altere Arbeitnehmende.

Abonniere den Newsletter zu unserer Kampagne:

Hattest du schon den Gedanken, die Branche zu wechseln?

Sehr viele Schreiner:innen spielen mit dem Gedanken, die Branche zu verlassen. Insgesamt haben sich 45 Prozent schon einmal ernsthaft mit einem Branchenwechsel beschäftigt. Durchschnittlich will fast jede:r zweite Schreiner:in den Beruf verlassen. Dabei gibt es regionale Unterschiede. Im Tessin ist die Neigung etwas geringer: 38 Prozent können sich ihre Zukunft ausserhalb des Schreinergewerbes vorstellen.

Die Umfrage zeigt klar: Damit der schöne und traditionsreiche Beruf der Schreiner:in attraktiv bleibt, braucht es jetzt spürbare Verbesserungen, insbesondere bei den Arbeitsbedingungen und beim Lohn.

Was sind die Gründe für einen Branchenwechsel?

Mehrere Faktoren tragen dazu bei, dass so viele Schreiner:innen an einen Branchenwechsel denken: 

Der Lohn ist der wichtigste Grund für einen Wechsel. Weitere Gründe sind:

  • Die hohe körperliche Belastung kombiniert mit Stress und Termindruck machen die Branche unattraktiv.
  • Auch das Ungleichgewicht von Lohn und Arbeitslast wird häufig kritisiert.
  • Die langen Arbeitszeiten werden als Belastung wahrgenommen.
  • 24 Prozent bemängeln die fehlende Zeit fürs Privatleben.

Aber die Schreinerbranche hat noch ein schwerwiegendes Problem: Fast jede:r Fünfte bemängelt die fehlende Wertschätzung

 

Was würde die Branche attraktiver machen?

Die Umfrageergebnisse bilden die Grundlage für die anstehenden Verhandlungen zur Erneuerung des Gesamtarbeitsvertrags (GAV) im Schreinergewerbe.

Höhere Löhne und faire Arbeitszeiten sind nötig

  • Höhere Löhne für einen attraktiveren Beruf: Rund zwei Drittel sehen bei den verhältnismässig tiefen Löhnen, die in der 
  • Schreinerbranche bezahlt werden, den grössten Hebel, um den Beruf attraktiv zu gestalten und junge Mitarbeitenden eine langfristige Perspektive zu geben.
  • Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben: Der Anspruch auf lediglich 23 Ferientage (bis 50 Jahre) erachten die Teilnehmer:innen als unzeitgemäss.
  • Die lange Arbeitszeit mit einer 41,5 Stundenwoche empfinden viele als unattraktiv.
  • Arbeitszeitreduktion bei gleichbleibendem Lohn: 40% wünschen sich eine Viertagewoche und eine generelle Arbeitszeitreduktion, damit mehr Zeit zum Leben und Freizeit bleibt (23%).
  • Mehr Selbstbestimmung und bessere Arbeitszeitgestaltung: Hier sehen die Schreiner:innen weiteres Verbesserungspotential. Annähernd 20% wünschen sich hier grössere Freiheiten.

GAV-Vollzug

  • Einhaltung und Kontrolle des GAV: Damit scheinen die Kolleg:innen grösstenteils zufrieden zu sein; bloss 10% sehen hier ein Verbesserungspotential.
  • Bezahlte Reisezeit: Dass die Wegzeit vom Betrieb zur Baustelle tatsächlich als Arbeitszeit erfasst und bezahlt wird, soll stärker durchgesetzt werden.

Bleibe auf dem Laufenden und diskutiere mit deinen Kolleg:innen über die Resultate – und darüber, was sich dringend ändern muss. Abonniere den Newsletter zu unserer Kampagne.