Viele Menschen können sich heute deshalb weniger leisten als noch vor zehn Jahren. Besonders prekär ist die Entwicklung im Gastgewerbe, dem Gesundheitswesen, in Teilen der Industrie, aber auch auf dem Bau und im Detailhandel.
Jede zehnte Stelle in der Schweiz ist eine Tieflohnstelle (4683 Franken/Monat x12 resp. 4323 Franken/Monat x13 oder weniger; s. Definition des BFS). Besonders tief sind die Löhne nach wie vor in Branchen, in denen vor allem Frauen arbeiten, etwa im Detailhandel, im Coiffeur- oder Gastgewerbe, in der Reinigung oder in Wäschereien.
Auch Arbeitnehmende mit Lehrabschluss sind vor tiefen Löhnen nicht geschützt. Fast jede:r dritte gelernte Arbeitende hat einen Lohn unter 5000 Franken pro Monat (x13). Bei den Frauen sind es gar 40 Prozent. Auch Berufserfahrung zahlt sich für Gelernte nicht genügend aus. Oft bleiben sie jahrelang auf ihren zu tiefen Löhnen sitzen.
Die Lebenskosten sind in den letzten Jahren mehr gestiegen als die Löhne. Vor allem die Belastung durch die Krankenkassenprämien, die immer weiter in die Höhe gehen, ist enorm. Zudem hinken die Löhne der Arbeitsproduktivität seit Jahren hinterher. Jetzt müssen endlich auch die Arbeitnehmenden von den wirtschaftlichen Gewinnen profitieren. Sie sind es, die mit ihrer täglichen Arbeit den Erfolg der Unternehmen ermöglichen.
Wir fordern:
Industrie: +2,5 Prozent generell
Detailhandel – Coop: +100 Franken generell auf die Effektivlöhne, entsprechende Erhöhung der Mindest- und Referenzlöhne
Gastgewerbe: substanzielle Erhöhung der Mindestlöhne sowie Erfahrungszuschläge (im Rahmen der laufenden Verhandlungen zum neuen Landes-Gesamtarbeitsvertrag L-GAV)
Ausbaugewerbe: +2,5 Prozent generell auf Effektiv- und Mindestlöhne
Bauhauptgewerbe: Im neuen Landesmantelvertrag LMV wurde für 2027 ein Teuerungsausgleich und ein neuer Auslagenersatz eingeführt; keine Lohnrunde 2026/27
Garten- und Landschaftsbau: +2,5 Prozent generell
Gewerkschaft Unia 2026