Bau-Verhandlungen: Ein grosser Erfolg!
Durch ihren gemeinsamen Kampf haben die Bauarbeiter mit der Unia im neuen LMV entscheidende Verbesserungen erreicht und ihre Kaufkraft gesichert. Ihr Erfolg ist wegweisend: Wer sich organisiert und zusammensteht, kann solche Fortschritte erkämpfen!
Der Landesmantelvertrag Bau (LMV), der die Arbeitsbedingungen von rund 80'000 Bauarbeitern regelt, wurde 2025 neu verhandelt. Aber erst nach Monaten der Verhandlungen kam Bewegung an den Verhandlungstisch: Nämlich dann, als eine riesige Protestwelle von engagierten Bauarbeitern durch die Schweiz rollte. Damit haben die Bauarbeiter Geschichte geschrieben!
An ihrer Vollversammlung 2024 legten die Bauarbeiter ihre Forderungen für die kommenden Verhandlungen fest: So beispielsweise, dass die unbezahlte Reisezeit vom Betrieb zur Baustelle abgeschafft wird und, dass die Kaufkraft der Bauleute durch einen automatischen Teuerungsausgleich gesichert werden soll. Dinge, die für eine attraktivere Baubranche selbstverständlich sein sollten.
Die Baumeister hingegen forderten das genaue Gegenteil einer attraktiveren Baubranche: Mehr Arbeiten für weniger Lohn! Somit war klar: Nur vereint, können die Bauleute genünged Druck aufbauen, um ihre Forderungen durchzusetzen!
« Uns Bauarbeitern wurde noch nie etwas geschenkt. Aber wir stehen zusammen und kämpfen für unsere Rechte. Mit Erfolg! Deshalb: Unia beitreten! »
Emmanuel, Strassenbauer (Foto: Raja Läubli)
Die erste Etappe im Kampf für bessere Bedingungen war die grosse Bau-Demo in Zürich und Lausanne, an der über 10'000 Bauarbeiter die Strassen eroberten. Doch als die Baumeister weiterhin alle Verbesserungen blockierten, stimmten die Bauleute in einer grossen Abstimmung für einen Streik, wenn sich nichts bewegt. Weitere Verhandlungsrunden verstrichen, ohne dass die Baumeisterspitze von ihrem Blockade-Kurs abwich.
Somit ging es in die nächste Etappe: Über 15'000 Bauarbeiter in allen Teilen der Schweiz legten aus Protest ihre Arbeit nieder! Und siehe da: Nach der riesigen Protestwelle der Bauarbeiter kam Bewegung an den Verhandlungstisch. Ende Dezember erreichten wir ein Verhandlungsresultat: Die vom Baumeisterverband geforderten Verschlechterungen sind vom Tisch, stattdessen gibt es grosse Verbesserungen!
Bist du Arbeitnehmende:r? Willst du auch Teil der Bewegung für bessere Arbeitsbedingungen sein? Dann schliesse dich uns an! Das Beispiel Bau hat Signalwirkung und zeigt: Gemeinsam sind wir stark!
Zusätzlich zu den bisherigen Spesen gibt es neu eine Baustellenzulage, die jeden Arbeitstag ausbezahlt wird. Und mit jedem Jahr grösser wird! Sie gilt als Beitrag zu einer Pausenentschädigung sowie als Pauschale für einen Teil der Reisezeit.
Die bisher unbezahlte Reisezeit vom Betrieb zur Baustelle wird nach und nach abgeschafft: Ab 2029 wird die Reisezeit schon ab 25 Minuten Gesamtreisezeit pro Tag ausbezahlt, ab 2030 bereits ab 20 Minuten – zum persönlichen Grundlohn. Die ersten Minuten sind pauschal mit der neuen Baustellenzulage bezahlt.
Alles über 60 Minuten Reisezeit pro Tag zählt neu als Arbeitszeit / Überstunde. Hierfür wird bereits ab der ersten Minute gerechnet.
Dank einer neuen Bestimmung im LMV gibt es in Zukunft eine automatische jährliche Lohnerhöhung gemessen an der Teuerung.
Ab zwei Prozent Teuerung finden darüber hinaus Lohn-Verhandlungen statt.
Ende jedes Jahres entscheidet der Bauarbeiter über mindestens die Hälfte seiner Überstunden selbst:
Gemeinsam stark!
Gewerkschaft Unia 2026