Die jüngsten Entlassungen sind das Resultat einer verfehlten Strategie. Der Fokus auf Gewinnmaximierung hat die Arbeitsbedingungen verschlechtert und führt nun zu Hunderten von Kündigungen.
Bereits per Ende Juni werden 31 Standorte «Do it + Garden» geschlossen. Von den Schliessungen sind 466 Mitarbeitende betroffen. Die gleichzeitige Veräusserung von Micasa und die Schliessung von «Do it + Garden» führt dazu, dass die Dachorganisation Migros Fachmarkt AG bis Ende Januar 2026 ihre Aktivitäten einstellt. Davon sind weitere 159 Angestellte betroffen. Dies sind über 600 drohende Entlassungen in kurzer Frist.
Zudem steigt die Migros aus der Partnerschaft mit Alnatura Deutschland aus, die seit 2012 besteht. Die Genossenschaft Migros Zürich war bisher Franchisenehmerin von Alnatura Deutschland und Betreiberin von insgesamt 25 Biomärkten in der ganzen Deutschschweiz. Noch ist offen, ob die Alnatura Bio Super Märkte bestehen bleiben und was mit den Angestellten passiert.
Die Migros feiert dieses Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Der Ruf des grössten Schweizer Detailhändlers gründete auf Zusammenarbeit, Solidarität und sozialer Verantwortung. Werte, die im Selbstverständnis der Firma verankert waren. Diese Grundsätze wurden jedoch über Bord geworfen. Man wollte stattdessen eine schnelle und unkoordinierte Expansion der Gruppe. Für unternehmerische Fehlentscheide und Missmanagement sollen jetzt die Angestellten den Preis. Und dies obwohl die Migros-Gruppe für 2024 einen Rekordumsatz erzielte.
Die Migros-Gruppe steht finanziell sehr gut da. Sie hat die Mittel, auch in die Beschäftigten zu investieren.
Unia fordert von der Migros:
Migros muss eine echte Sozialpartnerschaft einführen und einen ehrlichen, sozialen Dialog mit allen legitimen Vertretungen der Mitarbeitenden führen. Das Unternehmen muss akzeptieren, dass sich die Beschäftigten frei in den Gewerkschaften ihrer Wahl organisieren können.