Die Streik-Kollektive haben zur nationalen Vernetzung nach Bern eingeladen – zahlreiche Aktivist:innen sind dem Ruf gefolgt. Auch Gewerkschafterinnen der Unia waren vor Ort, um gemeinsam mit den feministischen Bewegungen den Streik 2027 zu planen.
Ein zentrales Thema ist die bezahlte und unbezahlte Betreuungsarbeit. Dazu gehören die Pflege von Angehörigen, Kinderbetreuung sowie Berufe im Pflege- und Betreuungsbereich. Diese Arbeit wird mehrheitlich von Frauen – oft migrantischen Frauen – geleistet, ist schlecht bezahlt und erfährt zu wenig Anerkennung. Die Unia fordert die konsequente Umsetzung der Pflegeinitiative.
Auch in anderen Branchen zeigen sich massive Ungleichheiten:
In der Uhrenindustrie beträgt der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern 1169 Franken pro Monat. Ein unhaltbarer Zustand.
Im Detailhandel kämpfen Frauen mit tiefen Löhnen und Arbeitszeiten, die eine verlässliche Planung des Privatlebens erschweren.
Gleichzeitig nehmen die Angriffe auf Arbeitsrechte zu – mit gravierenden Folgen insbesondere für Frauen.
Bürgerliche Kräfte greifen kantonale und kommunale Mindestlöhne an und treiben gleichzeitig die Deregulierung der Arbeitszeiten voran. Ihr Ziel ist es, das Gleichstellungsgesetz zu schwächen, etwa durch das Abschaffen der Lohnanalysen. Das jüngste Beispiel: Schichtzulagen sollen aus der Analyse ausgenommen werden – was die Resultate verfälschen oder gar schönen würde.
Hinzu kommt die Chaos-Initiative der SVP, die die Rechte von Arbeitnehmenden insbesondere auch beim Familiennachzug unter Druck setzt – mit besonders harten Folgen für Frauen.
Es ist Zeit, die feministischen Kräfte zu bündeln und sich gemeinsam Widerstand zu leisten. Auf zum feministischen Streik 2027!
Gewerkschaft Unia 2026