Kurier:innen fordern: Just Eat muss auf Entlassungen verzichten

Im Rahmen der angekündigten Umstellung auf ein illegales Modell mit scheinselbständigen Kurier:innen droht beim Lieferdienst Just Eat insgesamt mehreren hundert Beschäftigten die Kündigung, darunter direkt Angestellte und temporär Beschäftigte. Über 100 von ihnen haben nun die Gewerkschaft Unia mandatiert, ihre Interessen zu vertreten. Die Unia verlangt von Just Eat und dem Personalverleiher Randstad Gespräche, um die Massenentlassung abzuwenden.

Die von Just Eat am 22. Oktober angekündigte Massenentlassung stösst bei den Kurier:innen auf Unverständnis und Wut: Sie sollen entlassen werden, nur um nachher als scheinselbständige Beschäftigte dieselbe Arbeit weiterzumachen – ohne Sozialversicherungen und zu Dumping-Löhnen. Denn es ist klar: Die zuständigen Behörden werden Kurier:innen von Just Eat nicht als «Selbständige» anerkennen, ebenso wenig wie sie dies bei Uber Eats tun. Wer im Namen eines Unternehmens auftritt, in dessen Arbeitsorganisation eingebunden ist und Weisungen entgegennimmt – wie dies bei Just Eat und Uber Eats der Fall ist – gilt auch weiterhin rechtlich als Angestellter.

Kurier:innen mandatieren Gewerkschaft Unia

Über 100 Kurier:innen haben in den vergangenen Tagen der Gewerkschaft Unia ein Mandat gegeben, ihre Interessen im laufenden Konsultationsprozess zu vertreten. Gestern Abend wurden diese Mandate offiziell an Just Eat und die Temporärfirma Randstad übergeben. Die Beschäftigten fordern gemeinsam mit der Unia:

  • Just Eat und Randstad müssen ernsthafte Gespräche mit den Gewerkschaften Unia und Syndicom aufnehmen, um die unsinnigen Entlassungen zu vermeiden und bei einem legalen Beschäftigungsmodell zu bleiben.
  • Zu diesem Zweck muss die Konsultationsfrist bis Ende November verlängert werden, damit es genügend Zeit für eine echte Lösung gibt.

Petition nimmt Behörden in die Pflicht

Gleichzeitig erhöhen die Kurier:innen von Just Eat in verschiedenen Städten den Druck auf die Behörden: Sie sammeln gemeinsam mit der Unia Unterschriften für eine Petition, welche die Kantone und das SECO als Aufsichtsbehörde in die Pflicht nimmt: Sie müssen die illegalen, auf Scheinselbständigkeit basierenden Modelle von Uber & Co. stoppen.

Petition: «Ausbeutung und illegale Scheinselbständigkeit bei Uber, Just Eat & co. stoppen!»