Die betroffenen Kuriere und Fahrer:innen haben seit Jahren davor gewarnt: Wenn die Behörden das illegale Geschäftsmodell von Uber, Bolt und Uber Eats nicht stoppen, werden auch andere Unternehmen die hiesigen Gesetze nicht mehr einhalten. Unlauterer Wettbewerb führt zwangsläufig zu mehr Schwarzarbeit und Ausbeutung. Die Ankündigung von Just Eat, hunderte Beschäftigte entlassen und als Scheinselbständige weiterbeschäftigen zu wollen, zeigt, wie dramatisch die Lage inzwischen ist.
Die Schweizer Behörden müssen endlich ihre gesetzliche Pflicht wahrnehmen und den Schwarzarbeits-Modellen internationaler «Plattformunternehmen» einen Riegel schieben. In erster Linie sind die Kantone verantwortlich. Da jedoch die allermeisten kantonalen Behörden offensichtlich überfordert sind und sich seit Jahren auf der Nase herumtanzen lassen, muss das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) jetzt handeln und die Schwarzarbeit bei Uber, Uber Eats, Bolt und jetzt dann Just Eat unterbinden.
Gemeinsam mit zahlreichen von der Entlassung bedrohten Just-Eat-Kurier:innen hat die Unia heute eine Petition lanciert, welche die Kantone und das SECO als Aufsichtsbehörde entschieden zum Handeln auffordert. Es geht nicht nur um hunderte Arbeitsplätze, sondern um die Frage, ob Schweizer Gesetze zum Schutz von Arbeitnehmenden überhaupt noch gelten. Zudem werden die Sozialversicherungen zunehmend ausgehöhlt, wenn Arbeitgeber keine Beiträge einzahlen. Der illegalen Ausbeutung von Arbeiter:innen, der staatlich geduldeten Schwarzarbeit und der unlauteren Konkurrenz, die ganze Branchen untergräbt, muss deshalb dringend ein Ende gesetzt werden. Die Petition kann von allen Interessierten unterschrieben werden.
Es ist sonnenklar, dass auch in Zukunft die Beschäftigten von Just Eat nicht als «Selbständige» gelten werden. Zahlreiche Gerichtsurteile haben das bewiesen. Angestellte, die im Namen eines Unternehmens auftreten, in dessen Arbeitsorganisation eingebunden sind und Weisungen entgegennehmen, sind genau das: Angestellte. Das gilt auch für Just Eat. Die Unia fordert deshalb gemeinsam mit den Kurier:innen Just Eat auf, auf die Kündigungen zu verzichten und sich für ein gesetzeskonformes Unternehmensmodell zu entscheiden.
Petition:«Ausbeutung und illegale Scheinselbständigkeit bei Uber, Just Eat & co. stoppen!»
Gewerkschaft Unia 2026