Das Novartis-Werk im Kleinbasel umfasst eine Biotechnologie‑Einheit, die klinische und kommerzielle Wirkstoffe herstellt und testet, sowie ein Zellbank-Center. Der Standort spielt eine zentrale Rolle bei der Einführung neuer biologischer Medikamente und umfasst Entwicklung und Produktion. Als Grund für die Schliessung nennt Novartis die geplante Umnutzung des Geländes durch den Kanton Basel-Stadt. Ein kleiner Teil der Arbeitsplätze wird an den Novartis-Campus in Basel gezügelt, der Grossteil aber ins Ausland verlagert.
Die Ankündigung erfolgt neun Monate nach der Bekanntgabe des letzten grossen Stellenabbaus in Stein (AG). Seit 2018 hat Novartis somit fast 3000 Stellen in der Schweiz abgebaut. Das Tempo der Reduktion von Produktionstätigkeiten und die hohe Anzahl betroffener Beschäftigter lässt befürchten, dass das globale Management von Novartis die Produktion in der Schweiz grundsätzlich in Frage stellt.
Die Unia verlangt von Novartis den Verzicht auf jegliche Entlassungen und die Weiterbeschäftigung der Arbeitnehmenden an einem anderen Standort in der Nordwestschweiz, statt die Produktion ins Ausland zu verlagern. Novartis muss verlässliche Garantien abgeben, dass die Produktionskapazitäten in der Schweiz erhalten werden. Im Konsultationsverfahren wird sich die Unia gemeinsam mit der Personalkommission und den Beschäftigten für den Umzug der betroffenen Einheiten in ein anderes Schweizer Werk einsetzen.
Spätestens in der Covid-Krise ist deutlich geworden, wie wichtig eine inländische Entwicklung und Produktion von pharmazeutischen Produkten ist. Mit ihrer Abbaupolitik gefährdet die Novartis auch die Versorgung der Schweiz mit strategisch wichtigen Gütern. Die neueste Episode zeigt erneut, dass die Politik stärker eingreifen und sich für den Erhalt der Arbeitsplätze einsetzen muss: Wer wie Novartis von günstigen Steuerbedingungen und anderen Standortvorteilen profitiert, muss im Gegenzug verpflichtet werden, in Forschung, Entwicklung und Produktion in der Schweiz zu investieren.
Gewerkschaft Unia 2026