Wer dauerhaft in der Schweiz lebt und arbeitet, soll ein Recht auf Einbürgerung haben. Damit soll dem heutigen Willkürregime ein Ende gesetzt werden, so wie es die Demokratie-Initiative fordert. Heute haben rund 2,5 Millionen Menschen, die hier arbeiten und wohnen, keinen Schweizer Pass. Das sind mehr als 27 Prozent der Bevölkerung, mit steigender Tendenz.
Dass ein immer grösserer Teil der Schweizer Wohnbevölkerung kein Schweizer Bürgerrecht hat, ist eine Folge des restriktiven Einbürgerungsrechts. Die letzte Revision von 2018 verkürzte zwar die Wohnsitzpflicht von zwölf auf zehn Jahre, erhöhte aber gleichzeitig die Hürden. So wird die Niederlassungsbewilligung C zwingend vorausgesetzt und die sprachlichen Anforderungen wurden in der Praxis dermassen verschärft, dass viele Zugewanderte ohne tertiäre Bildung faktisch keine Chance auf Einbürgerung mehr haben. Wer nicht über eine höhere Schulbildung verfügt und manuelle Arbeit zum Beispiel auf dem Bau oder in der Reinigung verrichtet, kann die immer höheren formellen Anforderungen kaum mehr erfüllen. Auch die teilweise grotesken Einbürgerungstests sind schikanös und willkürlich.
Die Unia unterstützt die Demokratie-Initiative, da sie objektive, einheitliche Kriterien sowie einen Rechtsanspruch auf Einbürgerung nach fünf Jahren Aufenthalt bringt. Heute hat die Schweiz ein grosses Demokratiedefizit, das insbesondere arbeitende Migrant:innen betrifft, die zur Schweizer Wirtschaft und Gesellschaft beitragen, aber keine politischen Rechte haben. So ist ein grosser Teil der erwerbstätigen Bevölkerung vom politischen Mitbestimmungsprozess ausgeschlossen.
Die Unia unterstützt das Anliegen, die heute stark unterschiedlichen kantonalen und kommunalen Praktiken zu beenden. Ziel ist ein faires, transparentes und diskriminierungsfreies Einbürgerungssystem für alle, unabhängig vom Wohnort und vom Einkommen. Die Unia fordert die Abschaffung der Einbürgerungsgebühren, die heute je nach Kanton extrem hoch sind. Nach dem Nein des Nationalrates zur Demokratie-Initiative ist der Ständerat gefordert, Willkür und Prekarisierung durch faire Kriterien zu ersetzen und das Bürgerrecht zu demokratisieren.
Gewerkschaft Unia 2026