Parlament muss aufs Verkaufspersonal hören – Hände weg vom freien Sonntag

Rund 70 Unia-Mitglieder bei Coop haben sich zu ihrer Fachgruppe getroffen. Sie diskutierten die Umsetzung ihres neuen Gesamtarbeitsvertrags sowie die parlamentarischen Angriffe auf die Arbeitszeit im Detailhandel: Denn auf Initiative des Kantons Zürich sollen die bewilligungsfreien Sonntagsverkäufe von vier auf zwölf erhöht werden. Die Delegierten verlangen von der Kommission, die das Geschäft nächste Woche berät, dass sie die Vorlage ablehnt.

Die Arbeitszeit ist neben den tiefen Löhnen eines der wichtigsten Anliegen im Detailhandel – so auch bei den Unia-Mitgliedern bei Coop. Ihr neuer GAV garantiert ihnen Arbeitszeiten, die den Beruf und das Privatleben besser vereinbaren lassen. 

Ein wichtiges Anliegen der Unia-Mitglieder bei Coop war die Reduktion der täglichen Rahmenarbeitszeit von 14 auf maximal 12 Stunden. Das gelang der Unia und den anderen Sozialpartnern. Damit ist ein weiterer Schritt getan, um die überlangen Tage zu begrenzen. Somit bleibt für die Arbeitnehmenden mehr Zeit für Erholung, Familie und Hobbys.

Drohende Verdreifachung der Sonntagsarbeit

Doch genau diese Fortschritte im Gesamtarbeitsvertrag werden nun durch parlamentarische Angriffe auf die Arbeitsbedingungen im Detailhandel infrage gestellt. So planen Politiker:innen, die Sonntagsarbeit zu verdreifachen – obwohl die Stimmberechtigten eine Verlängerung der Ladenöffnungszeiten in mehr als zwei Dritteln der Abstimmungen immer wieder abgelehnt hatten. Und die Mehrheit der Kantone schöpft nicht einmal die vier bewilligungsfreien Sonntage aus. 

Politik muss Gesundheit der Detailhandelsangestellten schützen

Die Unia-Mitglieder bei Coop rufen die Politik auf, die Angriffe auf die Arbeitsrechte der Detailhandelsangestellten einzustellen und verdeutlichen das in einem Schreiben an die Wirtschaftskommission des Ständerates. Sie betonen klar: Mehr Sonntagsarbeit geht auf Kosten ihrer Erholung, ihrer Freizeit und ihrer gesellschaftlichen Teilhabe und bedroht ihre Gesundheit. 

Gemeinsam mit der Unia haben die Verkäufer:innen über 9000 Unterschriften gegen mehr Sonntagsarbeit gesammelt. Es gilt, die Realität der arbeitenden Bevölkerung ernst zu nehmen – es braucht mehr Schutz, nicht weniger.