Der Migros-Tochterbetrieb Smood hat bekanntgegeben, dass er seine Geschäftstätigkeit möglicherweise einstellen muss. Der Essenslieferdienst ist offenbar zu wenig rentabel. Die Konkurrenz in der Essensauslieferung ist gross, zudem tolerieren die Behörden seit Jahren, dass Akteure wie Uber Eats unter offensichtlicher Missachtung des Gesetzes und des geltenden Landes-Gesamtarbeitsvertrags des Gastgewerbes (L-GAV) Marktanteile erobern. Das illegale Modell von Uber Eats, das Kurier:innen als Scheinselbständige ausbeutet, zerstört nach und nach die Branche.
Trotzdem ist es störend, wenn durch den Entscheid der Migros rund 400 Arbeiter:innen im Tieflohnbereich von Entlassung bedroht sind. Die Migros als grösste private Arbeitgeberin der Schweiz muss ihrer Verantwortung gerecht werden und eine Lösung finden, um zu verhindern, dass die Kurier:innen auf die Strasse gestellt werden. Dazu gehört, dass sich Migros und Smood in Verhandlungen mit den Gewerkschaften bereit zeigen, Alternativen zu den Entlassungen zu diskutieren. Sollten sich Kündigungen nicht verhindern lassen, muss ein vorbildlicher Sozialplan ausgehandelt werden, der den Beschäftigten in dieser prekären Situation Sicherheiten gibt.
Dabei muss auch sichergestellt werden, dass die Essenskurier:innen von Smood ihre Ansprüche aus der Vergangenheit geltend machen können und erhalten, was ihnen zusteht. Derzeit laufen mehrere Verfahren, weil Smood die geltenden Arbeitsbedingungen des L-GAV des Gastgewerbes nicht eingehalten halt und Kurier:innen Geld schuldet. Die drohende Betriebsschliessung darf nicht dazu dienen, diese Ansprüche unter den Tisch zu wischen.
Gewerkschaft Unia 2026