Im Kanton Jura gibt es seit 2018 einen gesetzlichen Mindestlohn. Allerdings sind ganze Branchen davon ausgenommen. Dadurch können viele Menschen trotz Vollzeitstelle kaum von ihrem Lohn leben. Deshalb hat die Unia Transjurane am 28. Oktober gemeinsam mit weiteren Gewerkschaften und linken Organisationen eine neue Mindestlohn-Initiative eingereicht. Ihr Ziel: ein Mindestlohn, der allen Arbeitnehmenden ein Leben ohne Sozialhilfe ermöglicht.
Heute gilt der kantonale Mindestlohn im Jura nur in Branchen ohne allgemeinverbindlichen Gesamtarbeitsvertrag (GAV). Diese Ausnahme führt dazu, dass viele Beschäftigte weiterhin zu tiefe Löhne erhalten. Ähnliche Erfahrungen hat auch der Kanton Tessin gemacht. Dort hat die Regierung deshalb beschlossen, dem kantonalen Mindestlohn künftig Vorrang vor tieferen GAV-Mindestlöhnen zu geben.
Während diese Kantone also zu der Einsicht gekommen sind, dass sie die Lücke bei den gesetzlichen Mindestlöhnen schliessen müssen, will das Bundesparlament das Gegenteil: Es hat ein Gesetz beschlossen, das kantonale und kommunale Mindestlöhne in vielen Branchen aushebelt. Betroffen wären unter anderem Beschäftigte im Gastgewerbe, im Coiffeurgewerbe oder in der Reinigung. Der Bund will damit verhindern, dass Kantone und Gemeinden höhere Mindestlöhne durchsetzen können als jene in allgemeinverbindlichen GAV.
Dagegen hat die Unia gemeinsam mit weiteren Gewerkschaften und linken Parteien das Referendum ergriffen. Über 100'000 Menschen haben unterschrieben. Nun entscheidet die Stimmbevölkerung: Am 28. Februar kommt der Angriff auf die Mindestlöhne an die Urne. Ein Nein schützt die Mindestlöhne in den Kantonen und Gemeinden. Die Unia wird alles daran setzen, diesen Angriff auf die Mindestlöhne zu stoppen.
Gewerkschaft Unia 2026