Drei Todesfälle pro Jahr in der Berufslehre sind zu viel

 Vor dem Bundeshaus sind Menschen zu sehen, die Schilder mit den Aufschriften «Jedes Jahr sterben drei Lernende an den Folgen eines Arbeitsunfalls» und «Jedes Jahr erleiden 23 000 Lernende einen Arbeitsunfall» auf Deutsch, Französisch und Italienisch hochhalten.
Lernende verdienen mehr Schutz. Foto: Manu Friederich
In der Schweiz ist das System der Berufslehre Teil des «Nationalstolzes». Doch jedes Jahr haben 23’000 Lernende einen Arbeitsunfall, drei von ihnen kommen dabei sogar ums Leben. Für die Unia Jugend ist klar: Der Schutz junger Menschen in der Lehre hat oberste Priorität!

Eine Lehre zahlt sich aus: Im Durchschnitt erzielt ein Ausbildungsbetrieb 4540 Franken Nettogewinn auf eine Lehrstelle. Doch die menschlichen Kosten sind untragbar. Laut einem Bericht der Suva, im Auftrag des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, hat jede:r neunte Lernende einen Unfall am Arbeitsplatz. Doppelt so viel wie bei den anderen Arbeitnehmenden.

Das erste Jahr ist das gefährlichste

Die Bilanz ist tragisch. In der Schweiz sterben jedes Jahr drei Lernende an den Folgen eines Arbeitsunfalls. Die meisten dieser tödlichen Unfälle ereignen sich im ersten Lehrjahr, was auf einen eklatanten Mangel an Betreuung gleich zu Beginn der Ausbildung hindeutet. Félicia Fasel, nationale Jugendsekretärin der Unia zeigt sich erschüttert: «Hinter diesen Zahlen verbergen sich Lebenswege, die schon kurz nach ihrem Beginn zerstört wurden.»

Jugendliche protestieren in Bern

Letztes Wochenende versammelten sich Lernende aus der ganzen Schweiz zu einer grossen Aktion in Bern, um mehr Schutz für die Lernenden zu fordern. Gemeinsam mit Jugendorganisationen gedachten sie auch ihrer verstorbenen Kolleg:innen.

Die Lernenden fordern gemeinsam mit der Unia:

  • Mehr Ferien: Gegen Erschöpfung, die zu Unfällen führt.
  • Bessere Betreuung: Besser ausgebildete Ausbilder:innen, die die jungen Menschen anleiten.
  • Strenge Kontrollen: Regelmässige und unangekündigte Sicherheitsinspektionen in den Ausbildungsbetrieben.