Seit heute werden im Kanton Jura Unterschriften für eine kantonale Mindestlohn-Initiative gesammelt. Lanciert wurde sie von der Unia Transjurane gemeinsam mit weiteren Gewerkschaften und linken Organisationen. Ihr Ziel: Der Mindestlohn soll allen Arbeitenden ein würdiges Leben ohne Sozialhilfe ermöglichen.
Im Kanton Jura gibt es seit 2018 einen Mindestlohn. Allerdings sind ganze Branchen davon ausgenommen. Das führt dazu, dass viele Menschen trotz Vollzeitjob kaum über die Runden kommen. Die Initiative will das ändern. Sie fordert:
In der Schweiz gibt es keinen nationalen Mindestlohn. Deshalb sind kantonale und kommunale Lösungen entscheidend. Und davon gibt es immer mehr! Fünf Kantone haben bereits einen gesetzlichen Mindestlohn eingeführt. Und auch auf städtischer Ebene geht es voran.
Seit dem1. Januar 2026 hat Luzern als erste Stadt einen gesetzlichen Mindestlohn. Er beträgt 22.75 Franken pro Stunde und entlastet rund 3000 Menschen, die bisher weniger als 4000 Franken pro Monat verdient haben. Auch die Städte Winterthur und Zürich haben bereits Ja gesagt zu Mindestlöhnen, die Umsetzung ist aber noch blockiert. An weiteren Städten wie in Bern, Biel und Schaffhausen sind Volksinitiativen eingereicht und entsprechende Vorlagen werden diskutiert.
Während immer mehr Regionen vorwärts machen, will das nationale Parlament mit dem Lohnsenkungsgesetz kantonale und kommunale Mindestlöhne aushebeln. Damit würden ausgerechnet jene Menschen getroffen, die heute schon kaum über die Runden kommen. Das ist ein Angriff auf den Volkswillen und auf die sozialen Kompetenzen der Kantone.
Wir sagen klar: Nein zum Lohnsenkungsgesetz. Ja zu Löhnen, die zum Leben reichen. Armut trotz Arbeit ist ein Skandal – gerade in einem reichen Land wie der Schweiz.
Gewerkschaft Unia 2026