Auf dem Bau ist extreme Hitze nicht nur belastend, sondern eine akute Gefahr für Gesundheit und Arbeitssicherheit der Bauarbeiter. Extreme Hitze kann zu Dehydrierung, Sonnenstich und Hitzeschlag führen. Auch steigt gemäss Suva das Unfallrisiko an Tagen mit über 30 Grad um satte sieben Prozent.
Der Arbeitgeber ist gemäss Arbeitsgesetz für den Gesundheitsschutz verantwortlich. Die Suva hat entsprechende Schutzvorkehrungen zur Arbeit bei Hitze erarbeitet.
Im Juli 2026 führte die Gewerkschaft Unia eine Umfrage bei rund 1000 Bauarbeitern aus den verschiedenen Landesteilen durch. Sie wurden befragt, inwiefern die von der Suva erarbeiteten Schutzvorkehrungen auf ihrer Baustelle eingehalten werden.
Die Ergebnisse sind erschreckend:
«Die Schutzvorkehrungen werden vielerorts nicht eingehalten. Gleichzeitig fehlt es an Kontrollen und Sanktionen. Wir haben es mit einem eigentlichen Vollzugsnotstand zu tun,» kommentiert Nico Lutz, Sektorleiter Bau der Unia.
Seit 2024 laufen Diskussionen zwischen Behörden, Suva, Sozialpartnern und Politik über eine Verbesserung der Schutzbestimmungen bei Hitze. Konsens besteht darin, dass die heutigen Schutzvorkehrungen nicht ausreichen und es klare und verbindliche Vorgaben braucht. Auch hat der Nationalrat bereits eine Motion angenommen, die Konventionalstrafen bei Terminverzug aussetzt, wenn Baufirmen aufgrund extremer Hitze die Arbeit unterbrechen. Der Vorstoss ist im Ständerat hängig.
Diese Entwicklungen gehen in die richtige Richtung. Es braucht aber mehr als nur Lippenbekenntnisse. Nötig sind klare und verbindliche Schutzvorgaben:
Die Hitzewellen dieses Sommers sind ein Weckruf. Der Handlungsbedarf ist dringend. Die Gewerkschaft Unia ruft Behörden, Suva, Sozialpartner und Politik dazu auf, ihren Worten nun Taten folgen zu lassen. Das Leben der Menschen, die unser Land bauen, steht auf dem Spiel.
Gewerkschaft Unia 2026