Der Landesmantelvertrag für das Bauhauptgewerbe (LMV) regelt die Arbeitsbedingungen der rund 80’000 Bauarbeiter, die bei Hitze, Regen und Kälte die Schweiz bauen. Der Gesamtarbeitsvertrag lief Ende 2025 aus und musste daher neu verhandelt werden. Für die Bauarbeiter standen Lösungen für die hohe Belastung durch überlange Arbeits- und Reisezeiten sowie die Sicherung der Kaufkraft im Zentrum.
Erst nach zehn Verhandlungsrunden, einem grossen Demonstrationstag der Bauarbeiter im Frühling und einer eindrücklichen Protestwelle im Herbst, an der über 15’000 Bauleute die Arbeit niederlegten, kam es zu einer Einigung. Bis zur letzten Minute war unklar, ob vor Auslaufen des Vertrags eine Verhandlungslösung gelingt. Nachdem beide Seiten aufeinander zugegangen waren und insbesondere nachdem Lösungen zur Verbesserung der Arbeitszeiten sowie zur Sicherung der Kaufkraft erreicht werden konnten, gelang am 12. Dezember der Vertragsabschluss.
Mit der erzielten Einigung wird ein vertragsloser Zustand auf dem Bau – und damit ausuferndes Lohndumping – verhindert. Ohne neuen Vertrag hätte es seit Jahresbeginn keine Mindeststandards mehr gegeben im Bauhauptgewerbe.
Vor allem bringt der neue LMV aber zentrale Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen der Bauarbeiter. Die wichtigsten davon:
Mit diesen Verbesserungen gewinnt die Baubranche an Attraktivität – ein entscheidender Beitrag zur Bekämpfung des akuten Fachkräftemangels. Der neue Vertrag hat eine Laufdauer von sechs Jahren, von Anfang 2026 bis Ende 2031.
Nach der Einigung am Verhandlungstisch wurde das Verhandlungsergebnis den zuständigen Basisgremien zur Ratifizierung vorgelegt. An den beiden Berufskonferenzen der Gewerkschaften Unia und Syna diskutierten die Bauarbeiter intensiv über das Resultat. Die erzielten Verbesserungen wurden breit begrüsst, gleichzeitig kritisierten mehrere Bauarbeiter die lange Laufzeit des Vertrags. Zudem wurden Fragen zum Vollzug der neuen Arbeitszeiten gestellt. Verschiedene Redner erinnerten zudem daran, dass Lösungen für die Arbeit bei extremer Hitze und Schlechtwetter sowie zur wirksameren Durchsetzung des LMV weiterhin notwendig bleiben.
Schliesslich stimmte eine klare Mehrheit der Unia- sowie Syna-Delegierten für eine Annahme des Verhandlungsergebnisses. Die Bauarbeiter sind stolz auf die Errungenschaften, welche sie dank einer landesweiten Bewegung auf den Baustellen und auf der Strasse erreicht haben.
Da die Delegiertenversammlung des Baumeisterverbands das Resultat bereits im Dezember angenommen hatte, tritt der neue Landesmantelvertrag mit der heutigen Zustimmung der Bauarbeiter nun definitiv in Kraft. Die Vertragspartner arbeiten mit Hochdruck daran, die Allgemeinverbindlichkeit des neuen Vertrags beim Bundesrat zu beantragen. Ab dann gelten die Verbesserungen für sämtliche Firmen des Bauhauptgewerbes.
Gewerkschaft Unia 2026