Feministischer Streik 2027: Respekt. Mehr Lohn. Mehr Zeit.

Tiefe Löhne, Lohnungleichheit, fehlende Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz: Frauen stossen im Arbeitsalltag auf zahlreiche Hürden. Gründe genug, um am 14. Juni 2027 wieder zu Zehntausenden auf die Strasse zu gehen. Wir fordern Respekt, mehr Lohn, mehr Zeit. Auf zum Care-Streik.

Frauen verdienen weiterhin deutlich weniger als Männer. Diese Ungerechtigkeit belegen verschiedene Zahlen: 

Mehr Lohn: 17,5 Prozent weniger Lohn sind 17,5 Prozent zu viel

Gemäss den Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BfS) verdienen Frauen in der Privatwirtschaft pro Monat rund 1500 Franken weniger als Männer. Diese Zahl ist auf ein 100 Prozent-Pensum hochgerechnet. Aber woher kommt diese Lohnungleichheit?

  • Tieflohnbranchen sind Frauenbranchen: Jede fünfte Frau arbeitet in einer Tieflohnbranche und verdient trotz Vollzeitpensum weniger als 4113 Franken pro Monat. Davon sind Migrantinnen besonders häufig betroffen. 
     
  • Trotz abgeschlossener Berufslehre weniger als 5000 Franken: Fast 45 Prozent der Frauen verdienen bei einem Vollzeitpensum weniger als 5000 Franken. Hingegen verdienen nur 27 Prozent der Männer mit einem Lehrabschluss weniger als 5000 Franken.
     
  • Frauenbranchen sind unterbewertet: Ob im Detailhandel, in der Pflege, in der Gastronomie oder im Coiffeurgewerbe: Überall zeigt sich das gleiche Bild. Die Arbeit ist gesellschaftlich unverzichtbar, doch die fairen Löhne bleiben aus. 

Mehr Zeit: Care-Streik fokussiert auf Betreuungsarbeit

Viele Frauen arbeiten aufgrund von Betreuungsaufgaben Teilzeit. Sie übernehmen nach wie vor den grössten Teil der unbezahlten Betreuungs- und Sorgearbeit. Mütter kämpfen mit familienfeindlichen Schichten und versuchen mit Teilzeitarbeit Beruf und Familie zu vereinbaren. Die Folge sind tiefere Einkommen und tiefere Renten.

Die Situation in der Pflege zeigt exemplarisch, wie dringend Verbesserungen in den Care-Berufen nötig sind. Spätestens seit der Corona-Pandemie ist klar: Ohne Pflegefachleute funktioniert nichts. Doch auch nach der Annahme der Pflegeinitiative setzt das Parlament die Forderungen nicht um und droht sie sogar zu verwässern.

Der feministische Streik 2027 rückt die bezahlte und unbezahlte Care-Arbeit ins Zentrum. Denn ohne Betreuung, Pflege und Sorgearbeit funktioniert unsere Gesellschaft nicht.

Deshalb ruft die Unia gemeinsam mit anderen Organisationen 2027 zum grossen Care-Streik auf. 

Respekt: Stopp sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Sexuelle Belästigung und Diskriminierung gehören für viele Frauen zum Arbeitsalltag. Das ist inakzeptabel. Arbeitgeber müssen ihre Verantwortung wahrnehmen und für einen wirksamen Schutz sorgen. Es braucht eine klare Nulltoleranz-Kultur in den Betrieben.

Auch Männer sind gefordert. Sie müssen hinschauen, eingreifen und klar Stellung beziehen. Anzügliche Blicke, dumme Sprüche oder körperliche Übergriffe sind respektlos und untragbar.

Mach mit am feministischen Streik am 14. Juni 2027 und setze gemeinsam mit Tausenden Frauen ein Zeichen für Respekt, mehr Lohn und mehr Zeit. 

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