1500 Berufsleute nahmen an der Umfrage teil – die Resultate sind ernüchternd: Fast die Hälfte der Teilnehmenden hat bereits mit dem Gedanken gespielt, die Branchen zu verlassen. Hauptkritikpunkte sind die tiefen Löhne sowie die Arbeitszeiten. An der Berufskonferenz diskutierten die Unia-Mitglieder die Ergebnisse. Sie werden nun zur Grundlage für die Forderungen in den kommenden Gesamtarbeitsvertrags-Verhandlungen.
Rund 50 Unia-Mitglieder der Holzbranchen nahen den der Berufskonferenz teil. Die Umfrage hatte die Unia im Frühling 2025 lanciert. Denn sowohl Schreiner:innen wie auch Holzbauer:innen arbeiten mit grosser Leidenschaft – aber trotzdem kämpft die Branche mit hoher Abwanderung und einem akuten Fachkräftemangel. Dies ist besonders widersprüchlich, weil die Nachfrage hoch ist. Holz gilt als nachhaltiger Rohstoff der Zukunft.
45% der Schreiner:innen und 46% der Holzbauer:innen haben bereits an einen Branchenwechsel gedacht. Die Umfrage zeigt deutlich, dass die Löhne in beiden Branchen zu tief ist – fast die Hälfte kritisiert dies.
Weitere häufig genannte Gründe für einen möglichen Branchenwechsel wären:
Im Schreinergewerbe sehen die Befragten den grössten Handlungsbedarf bei den Löhnen sowie bei Ferien und Freizeit. Zusätzlich fordern sie einen besseren Kündigungsschutz für ältere Arbeitnehmende.
Auch im Holzbau stehen die Löhne und mehr Freizeit im Zentrum. Darüber hinaus verlangen die Holzbauer:innen, dass Überstunden (Gleitzeit) künftig mit einem Zuschlag von 25% vergütet werden sollen.
Die Ergebnisse der Umfrage bilden nun die Basis für den Forderungskatalog der neuen Gesamtarbeitsverträge beider Branchen. Die Verhandlungen im Holzbau beginnen Mai, jene für das Schreinergewerbe starten im Februar.
Gewerkschaft Unia 2026