Sexuelle Belästigung und sexualisierte Gewalt am Arbeitsplatz ist nach wie vor ein weitverbreitetes Problem. Je stärker eine Arbeitnehmerin von Diskriminierung und Prekarität betroffen ist, desto häufiger ist sie auch von Belästigung und Gewalt betroffen – und umso schwieriger ist es für sie, sich zu wehren. Abhängigkeit und unsicherer Aufenthaltsstatus verschärfen die Situation zudem weiter. Das heisst, migrantische, jugendliche oder behinderte Frauen oder LGBTQ+-Menschen sind häufiger betroffen und melden Vorfälle tendenziell weniger.
Obwohl das Gesetz die Arbeitgeber zur Fürsorge verpflichtet und jede Arbeitnehmerin ein Recht auf einen belästigungsfreien Arbeitsplatz hat, ignorieren Arbeitgeber diese Pflicht immer noch.
Der jüngste Fall in Genf, in dem eine Arbeitnehmerin mit Hilfe der Unia gegen die Fastfood-Kette Five Guys geklagt hatte, zeigte, dass Arbeitgeber trotz gewerkschaftlicher Intervention nicht reagieren. Obwohl das Gericht den Arbeitgeber rügte, will der Arbeitgeber den Gerichtsentscheid weiterziehen.
Arbeitgeber kennen ihre Pflichten zu wenig oder ignorieren sie. Damit schützen sie ihre Arbeitnehmenden ungenügend. Jetzt braucht es dringend eindeutige Vorschriften, darunter:
Die Informationsbroschüre der Unia richtet sich an Betroffene, Zeug:innen und Fachpersonen, welche Betroffene beraten. Klar und verständlich vermittelt sie Definitionen von sexueller Belästigung, bietet einen Überblick über die rechtliche Situation und zeigt Handlungsmöglichkeiten auf. Die Broschüre ist als Print- oder digitale Version gratis in folgenden Sprachen erhältlich:
Broschüre bestellen
Gewerkschaft Unia 2026