Bundesrat darf Flankierende Massnahmen nicht zur Disposition stellen

Die Delegiertenversammlung der Gewerkschaft Unia verwehrt sich gegen einen Abbau des Lohnschutzes in den Flankierenden Massnahmen (FlaM) zur PersonenfreizĂŒgigkeit. Eine Verschlechterung bei der sogenannten Acht-Tage-Regel, wie sie die FDP-BundesrĂ€te ins Spiel gebracht haben, kommt nicht in Frage. Es braucht stattdessen einen Ausbau der Schutzmassnahmen.

Bei auslĂ€ndischen Betrieben, die weniger als 90 Tage in der Schweiz arbeiten, ist die Gefahr von Lohndumping besonders hoch. Deshalb mĂŒssen Entsendebetriebe eine Meldefrist von acht Tagen einhalten. Dies ermöglicht es den Behörden erst, die Lohn- und Arbeitsbedingungen zu ĂŒberprĂŒfen. Die beiden FDP-BundesrĂ€te Ignacio Cassis und Johann Schneider-Ammann haben diese Acht-Tage-Regel in den letzten Tagen öffentlich in Frage gestellt. Sie greifen ein zentrales Element der Flankierenden Massnahmen an und gefĂ€hrden damit die PersonenfreizĂŒgigkeit und die Bilateralen VertrĂ€ge.

Lohnschutz ist nicht verhandelbar

Der Bundesrat muss den Alleingang von Cassis und Schneider-Amman sofort stoppen. Die Unia verlangt ein unmissverstĂ€ndliches Bekenntnis zu den FlaM und zur Acht-Tage-Regel. FĂŒr die Unia-Delegierten ist diese nicht verhandelbar. Wenn der Bundesrat die Bilateralen VertrĂ€ge und die PersonenfreizĂŒgigkeit weiterfĂŒhren will, dann braucht es jetzt eine klare Absage an den Abbau des Lohnschutzes und gezielte Schritte fĂŒr eine StĂ€rkung der Flankierenden Massnahmen.

Flankierende Massnahmen stÀrken statt aushöhlen

Die Unia-Delegierten hielten letzten Samstag in einer Resolution ihre Haltung eindeutig fest: Es braucht einen gezielten Ausbau der FlaM, um den Schutz der Löhne in der Schweiz zu gewĂ€hrleisten. «Es braucht mehr Kompetenzen fĂŒr die paritĂ€tischen Kommissionen, bei klaren Hinweisen auf Lohndumping die Arbeit unterbrechen zu können. Es braucht eine bessere Handhabe bei Kettenkonkursen sowie klarere Vorgaben im öffentlichen Beschaffungswesen», heisst es in der Resolution. Die Unia will mehr GesamtarbeitsvertrĂ€ge mit Mindestlöhnen und eine Verbesserung des KĂŒndigungsschutzes.

  • <link mail>Vania Alleva, PrĂ€sidentin Unia
  • <link mail>Nico Lutz, Mitglied GeschĂ€ftsleitung Unia
  • <link mail>Philipp Zimmermann, Mediensprecher Unia