Lohnabschlüsse der Unia 2009/10
Einige beachtlichen Ergebnisse trotz Krise – widersprüchliche Gesamtbilanz
Das Jahr 2009 wurde von einer tiefen Wirtschaftskrise geprägt, die vor allem die Exportindustrie arg in Mitleidenschaft zog. Die Teuerung war ebenfalls negativ. Viele Betriebe und Arbeitgeberverbände benutzten diesen Umstand, um eine Nullrunde oder sogar einen Lohnabbau zu fordern. Diesen Angriff auf breiter Front haben wir abgewendet. Doch in jenen Teilen der Schweizer Wirtschaft, welche von der Krise weniger betroffen waren, sind einige Lohnergebnisse unbefriedigend. Die Bilanz ist deshalb widersprüchlich.
Erfreulich sind die relativ guten Ergebnisse im Bau (+1%) und in der Reinigungsbranche (1,22 bis 2%). Im Detailhandel erhielten die Angestellten bei Coop im fünften aufeinander folgenden Jahr eine generelle Erhöhung der Reallöhne (bis 4'500 Monatslohn) und der Mindestlöhne (+100 Franken). Die für das Gastgewerbe ausgehandelte substanzielle Erhöhung der Mindestlöhne und die Einführung des 13. Monatslohns für alle wird ab 2012 wirksam.
In der Industrie sind die Ergebnisse durchzogen, was nicht überrascht. Die schwierige Situation einiger Betriebe erklärt manche Nullrunde.
Erwähnenswert sind verschiedene andere GAV-Verbesserungen: 13. Monatslohn (Reinigungsbranche Deutschschweiz, Gastgewerbe), bessere Spesenentschädigung (Bau, Sicherheitsbranche), zusätzliche Ferienwoche (Metallgewerbe VD und GE, Industriebetriebe VD) und frühzeitige Pensionierung (Dach und Wand, Steinmetze VD).
Fazit: Lohnsenkungen konnten verhindert werden, doch generelle Lohnerhöhungen blieben neben den individuell verteilten Lohnverbesserungen eher die Ausnahme.


